Nachhaltiger Investor: Automobilindustrie muss an Fahrt aufnehmen um EU-Flottenziele zu erreichen
2019 10 OKT
Pressemeldungen Nachhaltiger Investor: Automobilindustrie muss an Fahrt aufnehmen um EU-Flottenziele zu erreichen


• Entwicklung des Marktanteils von E-Autos bis 2030 wird auf mehr als 30 Prozent geschätzt
• Großteil der Autoproduzenten hinkt EU Flottenzielen für 2021 noch hinterher
• Tesla aufgrund von ESG-Aspekten aus dem Nachhaltigkeits-Investmentuniversum ausgeschlossen

„Die großen Player in der Automobilindustrie standen viele Jahre vor allem für Stillstand und nicht für Mobilität was alternative Antriebstechnologien betrifft“, betont Walter Hatak, Head of Responsible Investments bei Erste Asset Management (Erste AM).

Es bedurfte großer Schockwellen, wie Dieselskandal, neuer Konkurrenten wie Tesla, aber auch eines gesellschaftlich übergreifenden Umdenkens, was Klima- und Umweltschutz betrifft, um die Prioritätensetzung der Automobilbranche drastisch zu verändern.

„Investoren legen Wert darauf, in Produkte oder Technologien zu investieren, die zukunftsfähig sind. Antriebstechnologien die nicht im Einklang mit den Pariser Klimazielen stehen, haben hier schlechte Aussichten. Insofern sehen wir in der E-Mobilität, trotz der bekannten Kontroversen, ein hohes Potenzial“, so Hatak.

Laut Research-Partnern der Erste AM dürfte sich – mittelfristig - die Technologie des Elektroautos durchsetzen, da andere Technologien, wie etwa die Brennstoffzelle, sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher im Einsatz (noch) zu teuer sind.

Elektroautos als Versprechen für die Zukunft

Die Politik setzt zunehmend Anreize für Hersteller Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu produzieren. Ein Beispiel hierfür ist das Flottenziel der EU für 2021. Die EU-Emissionsziele für gesamte Fahrzeugflotten können bis 2021 allerdings nur eingehalten werden, wenn genügend Elektroautos abgesetzt werden. Eines der Kernforschungsfelder für die Elektromobilität stellt die Batterietechnologie dar.

„In diesem Bereich gibt es oft erstaunliche Fortschritte bei der Herstellung von neuen Batterietypen. Massentauglich erweisen sich derzeit nur Lithium-Ionen-Batterien. Insofern überrascht es nicht, dass der diesjährige Nobelpreis für Chemie an jene Wissenschaftler ging, die hierfür die Grundlagen gelegt haben“, erläutert Hatak.
Lithium-Ionen-Batterien sind nicht nur in Elektrofahrzeugen vorhanden sondern auch in den meisten Laptops und Smartphones. Der Abbau von Lithium benötigt enorme Mengen von Wasser. Hinzu kommt, dass Lithiumreserven hauptsächlich in Ländern zu finden sind, die ohnehin Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung haben, wie z.B. Bolivien, Chile und Argentinien.
Ein anderes Problem – die Zusammensetzung des Strom-Mixes beim Aufladen der Batterie – dürfte durch den Markt gelöst werden. Bereits heute ist in vielen Ländern die Energie-Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen günstiger als aus fossilen Rohstoffen.

30 Prozent Marktanteil für E-Autos bis 2030

Mehr als 30 Prozent Marktanteil für E-Autos bis 2030 prognostiziert die Internationale Energieagentur IEA, wobei die Marktdurchdringung regional betrachtet sehr unterschiedlich eingeschätzt wird. So gilt China als wichtigster Markt, gefolgt von Europa sowie den USA. In Europa ist Norwegen mit einem E-Fahrzeug Anteil von 46 Prozent (bei Neuwagen Anmeldungen) führend. Österreich hat hier mit 2 Prozent deutlichen Aufholbedarf.

Autonome Fahrzeuge in weiter Ferne

Die Etablierung autonomer Fahrzeuge sieht das Research der Erste AM noch in weiter Ferne. „Vielleicht ist das auch gut so, denn der aktuelle Trend von Car-Sharing Modellen zeigt, dass vermehrt Menschen von öffentlichen Verkehrsmitteln zum Auto wechseln. Dies belastet die Umwelt und erschwert die Emissionsziele zu erreichen. In einem Szenario von selbstfahrenden Autos wäre dies ebenso der Fall“, sagt Hatak.

Die Wahrscheinlichkeit, dass für große Internetkonzerne über autonomes Fahren ein neuer Konkurrent für die Automobilindustrie entsteht, sieht die Erste AM derzeit als gering ein „Der Automobilsektor bietet nur sehr niedrige Margen im Vergleich zu anderen Geschäftsfeldern dieser Unternehmen. Darüber hinaus ist das Risiko eine eigene Automarke nicht erfolgreich zu etablieren ebenfalls nicht zu unterschätzen“, so Hatak.

Tesla aus dem Nachhaltigkeits-Investmentuniversum ausgeschlossen

Der Automobilsektor ist im Rahmen der Engagement-Aktivitäten der Erste AM einer der Sektoren, die besonders intensiv adressiert werden. Im Jahr 2018 übte die Erste AM für 3,2 Milliarden Euro Börsenwert ihre  Stimmrechte auf mehr als 300 Hauptversammlungen aus. Darunter fielen auch die Hauptversammlungen von Volkswagen, BMW, Daimler, Nissan Motor und Toyota Motor.

Zur Bewertung von Unternehmen zieht die Erste AM alle Säulen der Nachhaltigkeitsbeurteilung heran. So stellen zum Beispiel eine nachhaltige Unternehmenskultur und der Umgang mit Mitarbeitern wichtige Faktoren dar. Das wird am Beispiel von Tesla deutlich, das als Pionier im Bereich der E-Mobilität gilt und bereits 2011 in das Investmentuniversum des ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT aufgenommen wurde. Aufgrund von Mängeln hinsichtlich Produktsicherheit sowie unzureichender Arbeitssicherheitsstandards aber auch Vorwürfen zu Fehlinformationen für Investoren wurde das Unternehmen aus dem Nachhaltigkeitsuniversum ausgeschlossen.

Die Erzielung langfristiger und vor allem nachhaltiger Erträge bedarf aus unserer Sicht solider geführter Unternehmen, die in allen Teilbereichen der Nachhaltigkeitsanalyse reüssieren“, betont Hatak abschließend.

INFO:

Innerhalb der Erste Asset Management Investmentabteilung befasst sich ein mehrköpfiges Expertenteam ausschließlich mit dem Thema nachhaltige Veranlagungen. Als „Engagement“ bezeichnen wir den Dialog mit Unternehmen, in die wir investieren. In Form von Briefen, Conference Calls und Unternehmensbesuchen erbeten wir Auskünfte und fordern vielfach Verbesserungen ein.

Alles zum Thema Automobilbranche, Elektroantrieb und nachhaltigen Investitionen finden Sie unter: https://blog.de.erste-am.com/dossier-overview/

Rückfragen an:
Communications & Digital Marketing     

Armand Feka
Tel. +43 (0)50 100 12341
E-Mail: armand.feka@erste-am.com

Paul Severin
Tel. +43 (0)50 100 19982
E-Mail: paul.severin@erste-am.com



Erste Asset Management GmbH

Am Belvedere 1, A-1100 Wien
www.erste-am.com
Sitz Wien, FN 102018b,
Handelsgericht Wien, DVR 0468703


 

Wichtige rechtliche Hinweise

Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung. Sofern nicht anders angegeben, Datenquelle: Erste Asset Management GmbH. Unsere Kommunikationssprachen sind Deutsch und Englisch.

Der Prospekt für OGAW-Fonds (sowie dessen allfällige Änderungen) wird entsprechend den Bestimmungen des InvFG 2011 idgF erstellt und im „Amtsblatt zur Wiener Zeitung“ veröffentlicht. Für die von der Erste Asset Management GmbH verwalteten Alternative Investment Fonds (AIF) werden entsprechend den Bestimmungen des AIFMG iVm InvFG 2011 „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ erstellt.

Der Prospekt, die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ sowie die Wesentliche Anlegerinformation/KID sind in der jeweils aktuell gültigen Fassung auf der Homepage www.erste-am.com abrufbar und stehen dem/der interessierten AnlegerIn kostenlos am Sitz der Verwaltungsgesellschaft sowie am Sitz der Depotbank zur Verfügung. Das genaue Datum der jeweils letzten Veröffentlichung des Prospekts, die Sprachen, in denen die Wesentliche Anlegerinformation/KID erhältlich ist, sowie allfällige weitere Abholstellen der Dokumente, sind auf der Homepage www.erste-am.com ersichtlich.

Diese Unterlage dient als zusätzliche Information für unsere AnlegerInnen und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Redaktionsschluss. Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse unserer AnlegerInnen hinsichtlich des Ertrags, steuerlicher Situation oder Risikobereitschaft. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.