EM Corporate Bond Newsletter

Mai 2026

Monatsreport des Fondsmanagements

Der April war ein ausgesprochen gutes Monat für Emerging-Markets-Corporate-Bonds. Die Risikoaufschläge verengten sich um rund 30 Basispunkte auf 163 Basispunkte und damit auf ein Level das es zuletzt 2006/2007 gab, allerdings in einem damals deutlich anders strukturierten Marktumfeld hinsichtlich Größe und Zusammensetzung.

Die starke Spreadeinengung in diesem Monat erfolgte kontraintuitiv in einem kritischen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld (Iran-Krieg und die Folgen), beflügelt durch Zuflüsse und einer Art FOMO (fear of missing out) Mentalität. Die Märkte blenden weitestgehend das Geschehen im Nahen-Osten aus. US-Treasury-Renditen verzeichneten im Monatsverlauf einen moderaten Anstieg.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken beinhaltet.

 

Makroübersicht

Industriemetalle inklusive Kupfer, Zink und Eisenerz stiegen an, getrieben unter anderem durch den fortgesetzten Ausbau von KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur. Edelmetalle bewegten sich hingegen eher seitwärts. Öl und Ölderivate (Diesel, Chemiepreise), sowie Agrarrohstoffe stiegen an, getrieben durch höhere Inputkosten und zunehmend schlechte klimatische Bedingungen (ausgeprägte Dürreperioden in den USA und Teilen Europas). Das aktuelle Umfeld weist Parallelen zur Phase 2022/2023 auf, in der steigende Rohstoffpreise die Inflation nach oben trieben. Der wesentliche Unterschied zu damals liegt bei den Konsumenten bzw. beim Arbeitsmarkt, der diesmal vermutlich weniger Spielraum für Lohnerhöhungen bietet, wodurch die Inflation stärker zu Reallohnverlusten führen kann.

FED-Chair Powell hielt seine letzte Pressekonferenz nach der vergangenen Zinssitzung der Notenbank, welche keine Änderung der US-Leitzinsen brachte. Unter den Ratsmitgliedern bestehen weiterhin deutlich unterschiedliche Meinungen über die Auswirkung des hohen Ölpreises auf die Inflationsaussichten. Der zukünftige Präsident Kevin Warsh wird es da nicht leicht haben, einen breiten Konsens bzw. Befürworter:innen für Zinssenkungen (wie es Donald Trump verlangt) zu finden. Auch seine Idee, der sog. „trimmed-mean“ Inflation demnächst ein stärkeres Gewicht zu geben (welche bisher tiefer als andere Inflationszahlen liegt) wird von vielen eher als „Manipulation“ betrachtet, um zukünftige Zinssenkungen möglich zu machen. Bei der getrimmten Inflation werden Dienstleistungen und Güter mit der größten bzw. niedrigsten Preisänderung aus dem Berechnungskorb entfernt, um ein „stabileres“ Maß zu schaffen. Jedoch die Periode 2022-2023 zeigt, dass dieser Maßstab der Teuerung nicht stabiler ist, sondern lediglich nur zeitverzögert auf die Preissteigerung der Güter und Dienstleistungen reagiert, weil die „Frühindikatoren“ der Teuerung entfernt waren. 

Am langen Ende der US-Zinskurve bewegen sich die Renditen weiterhin in der Nähe der psychologisch wichtigen Schwelle von 5 % (zuvor gab es verbale Interventionen des US-Treasury, sollte diese Marke dauerhaft überschritten werden). Sollte die FED die Leitzinsen bei steigender Inflation und stabilem Wachstum nicht erhöhen, kann die Mitte der Zinskurve (3- bis 10-jährige) noch weiter unter Druck kommen. 

Im Iran-Konflikt gibt es weiterhin keine nachhaltige Lösung. Weiterhin gibt es gegenseitige Schiffsblockaden der USA und des Iran und die Vereinigten Staaten spielen hier auf Zeit. Der hohe Ölpreis (Exporteinnahmen), die robusten Aktienmärkte und ein stabiles Wachstum dank KI bietet den USA aus strategischer Sicht eine stärkere Position als dem Iran, da das Land bekanntlich stark auf Exporteinnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen ist und eine anhaltende Blockade die Ölproduktion mangels Lagerkapazitäten längerfristig schaden könnte.  

Emerging Markets Übersicht

In China sind die Ölvorräte bei 1,8 Milliarden Barrel im März stabil geblieben, was ggü. dem Vorjahr jedoch einen Anstieg um 400 Millionen Barrels bedeutet. Die Wirtschaft Chinas bleibt weiterhin zweigeteilt, mit einer starken Exportwirtschaft und industriellen Investitionen auf der einen Seite, und eher schwachem Konsum, Dienstleistungen und Bauwirtschaft auf der anderen Seite. Exportunternehmen planen Preiserhöhungen aufgrund der angestiegenen Inputkosten, was ein Ende der bisherigen deflationären und damit preisdämpfenden internationalen Handelsumgebung bedeuten könnte.

In Indonesien stieg im März die Handelsbilanz an, ein Resultat des weiterhin schwachen Konsums und daher stärker zurückgegangenen Importen gegenüber den Exporten. Die Währung wertete in dem Monat weiter ab, ähnlich der indischen Rupie, bei der auch stark seitens der Zentralbank interveniert wird. Indien zahlte im April 90% mehr für Düngemittel für die kommende Agrarsaison im Vergleich zu Preisen vor dem Iran-Krieg. Ein deutliches Zeichen wie die gestiegenen Ölpreise sich auf die Agrarwirtschaft auswirken.

In Peru gab es immer noch kein Wahlergebnis, und in Kolumbien prognostizieren Meinungsforscher:innen unterschiedliche Ergebnisse für die Präsidentenwahl im Mai. Populistische Maßnahmen wie eine deutliche Erhöhung des Mindestlohnes und der starke Einfluss der Kartelle auf dem Land unterstützen den Linken Kanditen, dessen Wahl eine stark negative Marktkorrektur hervorrufen würde - wir haben unsere Ländergewichtung entsprechend reduziert. 

In Mexiko sind die Wachstumsindikatoren wie das BIP-Wachstum und die Industrieproduktion eher schwach. Das Programm der Präsidentin zur Wiederbelebung der Wirtschaft zeigt trotz unterstützender Leitzinssenkungen noch kaum Erfolge. Firmen und Wirtschaftsteilnehmer sind abwartend, vor allem, was die Neuverhandlung des Handelsabkommens mit den USA in den kommenden Monaten mit sich bringen wird. 

Argentinien erhält im Jahr 2026 über 7 Milliarden USD von der IDB aus den USA. Mit weiteren Krediten, den gelungenen lokalen USD Anleiheemissionen, und hohen Exporteinnahmen wird das Land dieses Jahr ohne die Hilfe internationaler Anleihenmärkte auskommen. 

Überblick EM-Unternehmen

Die bisher veröffentlichten EM-Unternehmenszahlen zeichnen insgesamt ein konstruktives Bild. AlpekOrbia in der Chemiebranche lieferten bessere Zahlen dank der stark angestiegenen Chemikalienpreise wie PE, PP oder PVC. Bei Cemex und GCC waren die starken Zahlen der US-Töchter ein Beweis des KI-Datenzentrum-Ausbau-Booms in den USA und auch bald in Mexiko. Die Zahlen von Liverpool aus Mexiko (Einkaufszentren, Retail) waren eher schwächer (bedingt u.a. durch die Sicherheitsmaßnahmen in März) und signalisierten ein schwaches Konsumklima, die Verschuldung blieb aber weiterhin niedrig. Fibra Prologis, der führende Vermieter von Büros und Logistik- und Firmenhallen in Mexiko lieferte ebenso starke, stabile Zahlen, die Leerstandsquote blieb gering und stabil. Aeromexiko hatte ein starkes erstes Quartal mit reduzierten Schulden, die hohen Kerosinkosten werden aber im kommenden Quartal das Ergebnis belasten. Das Unternehmen mit starker Präsenz auf internationalen Routen signalisierte Zuversicht, dass die Kostenanstiege in den kommenden Quartalen, ähnlich zu 2022/2023, an die Konsumenten weitergeben werden können. 

Hinweis: Die in diesem Beitrag angeführten Unternehmen sind beispielhaft ausgewählt worden und stellen keine Anlageempfehlung dar.

Ausblick & Performance

Aufgrund einer defensiveren Positionierung mit Blick auf den Iran-Krieg, lieferte unser Fonds eine leicht schwächere Performance und liegt damit in der Mitte der Peergroup. 

Hinweis: Investitionen in Wertpapiere bergen neben Chancen auch Risiken.

Performancechancen für die Fonds:

  • Ein rasches Ende des Nahostkonflikts mit dem Iran sowie eine Öffnung der Straße von Hormus könnten zu einer Erleichterungsrallye führen.

     

Performancerisiken für die Fonds:

  • Die aktuellen makroökonimischen Entwicklungen bergen das Risiko einer stagflationären Dynamik – mit potenziell negativen Implikationen auf das globale Wirtschaftswachstum, die Zinspolitik der Zentralbanken sowie die Gewinnentwicklung der Unternehmen.

Übersicht Performance

ERSTE BOND EM CORPORATE

Hinweis: Performancedarstellung seit Fondsbeginn. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung der Fonds zu. Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. Die Wertentwicklung unterstellt eine vollständige Wiederveranlagung der Ausschüttung und berücksichtigt die Verwaltungsgebühr sowie eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (z.B. Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt.

Institutional Anteilsklassen

AT0000A1W4B7 = Ausschütter
AT0000A1W4C5 = Vollthesaurierer

Retail Anteilsklassen

AT0000A05HQ5 = Ausschütter
AT0000A05HS1 = Vollthesaurierer

ERSTE BOND EM CORPORATE IG

Hinweis: Performancedarstellung seit Fondsbeginn. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung der Fonds zu. Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. Die Wertentwicklung unterstellt eine vollständige Wiederveranlagung der Ausschüttung und berücksichtigt die Verwaltungsgebühr sowie eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (z.B. Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt.

Institutional Anteilsklassen

AT0000A1Y9D0 = Ausschütter
AT0000A1Y9H1 = Vollthesaurierer

Retail Anteilsklassen

AT0000A0WJX7= Ausschütter
AT0000A0WJZ2 = Vollthesaurierer

ERSTE RESPONSIBLE BOND EM CORPORATE

Hinweis: Performancedarstellung seit Fondsbeginn. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung der Fonds zu. Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. Die Wertentwicklung unterstellt eine vollständige Wiederveranlagung der Ausschüttung und berücksichtigt die Verwaltungsgebühr sowie eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (z.B. Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt.

Institutional Anteilsklassen

AT0000A1PY56 = Ausschütter
AT0000A2MKX2 = Vollthesaurierer

Retail Anteilsklassen

AT0000A13EF9 = Ausschütter
AT0000A13EG7 = Thesaurierer
AT0000A13EH5 = Vollthesaurierer

Übersicht Performancebeiträge in %

Performance-Beiträge auf Länderebene

(relativ zur Benchmark)

Performance-Beiträge auf Titelebene

(relativ zur Benchmark)

Quelle: Erste AM; Berechnungszeitraum April 2026; Beitrag zu Brutto-Überschussrenditen in %, Fonds: ERSTE BOND EM CORPORATE, Benchmark: J.P.Morgan CEMBI Broad Diversified Composite Index hedged in EUR; Bruttoperformancedaten (ohne Abzug der Verwaltungsgebühr); Die hier angeführten Unternehmen sind beispielhaft ausgewählt worden und stellen keine Anlageempfehlung dar. Im Rahmen des aktiven Managements können sich die genannten Portfoliopositionierungen jederzeit ändern. 

Fondsmanagement

Lead-Manager Péter Varga

...ist seit 2005 im Credits-Team der Erste Asset Management. Als Senior Professional Fund Manager verantwortet er im Team verschiedene Emerging-Market-Unternehmensanleihen-Strategien. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Investmenterfahrung. Vor seinem Eintritt im Unternehmen war Péter Varga bei Union Investment (Frankfurt/M.) für Convertible-Bond- sowie Unternehmensanleihenfonds und das Management von zwei Total-Return-Fonds zuständig.

Co-Manager Thomas Oposich

...ist Senior Fondsmanager im Rentenbereich der Erste Asset Management. Sein derzeitiger Schwerpunkt liegt auf Emerging-Markets-Unternehmensanleihen. Thomas Oposich ist im Unternehmen seit 2005. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Anleihenmanagement. Während seiner beruflichen Laufbahn verantwortete er ein breites Spektrum an Anleihenfonds bestehend aus amerikanischen Staats-, Geldmarkt- und Unternehmensanleihen, sowie Mortgage-Backed Securities und  Euro-Staatsanleihen.

Co-Manager Agne Loibl

...ist seit 2010 in der Erste Asset Management tätig. Als Senior Fund Manager ist sie im Team Credits für den Bereich Emerging-Market-Investment Grade-Unternehmensanleihen sowie für die asiatischen Märkte verantwortlich. Agne Loibl verfügt über umfangreiche Erfahrung im Bereich Credits. Sie begann ihre Karriere im Research von ESMT Customized Solutions in Berlin und wechselte 2007 in den Bereich Risikomanagement Securitisations in der Erste Bank. 

Relevante Neuemissionen

Überblick Erste AM EM Corporate Strategien

Quelle: Erste Asset Management; Daten per 30.4.2026

Ratings

Für eine weitere Analyse können Sie unseren Fonds einsehen auf:

Morning Star Rating:                5 Stars
Morning Star Sust. Globes:     3 Globes
Scope Rating:                           A – 99/100

Allgemeine Hinweise zu den genannten Fonds

Wichtige rechtliche Hinweise

Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung. Bitte lesen Sie den Prospekt des OGAW-Fonds oder „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ des Alternative Investment Fonds und das Basisinformationsblatt (BIB), bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen.

Sofern nicht anders angegeben, Datenquelle Erste Asset Management GmbH. Unsere Kommunikationssprachen sind Deutsch und Englisch.

Der Prospekt für OGAW-Fonds (sowie dessen allfällige Änderungen) wird entsprechend den Bestimmungen des InvFG 2011 idgF erstellt und veröffentlicht. Für die von der Erste Asset Management GmbH verwalteten Alternative Investment Fonds (AIF) werden entsprechend den Bestimmungen des AIFMG iVm InvFG 2011 „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ erstellt. Der Prospekt, die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ sowie das Basisinformationsblatt sind in der jeweils aktuell gültigen Fassung auf der Homepage www.erste-am.com jeweils in der Rubrik Pflichtveröffentlichungen abrufbar und stehen dem/der interessierten Anleger:in kostenlos am Sitz der Verwaltungsgesellschaft sowie am Sitz der Depotbank zur Verfügung. Das genaue Datum der jeweils letzten Veröffentlichung des Prospekts, die Sprachen, in denen der Prospekt bzw. die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ und das Basisinformationsblatt erhältlich sind, sowie allfällige weitere Abholstellen der Dokumente, sind auf der Homepage www.erste-am.com ersichtlich. Eine Zusammenfassung der Anlegerrechte ist in deutscher und englischer Sprache auf der Homepage www.erste-am.com/investor-rights abrufbar sowie bei der Verwaltungsgesellschaft erhältlich.

Die Verwaltungsgesellschaft kann beschließen, die Vorkehrungen, die sie für den Vertrieb von Anteilscheinen im Ausland getroffen hat, unter Berücksichtigung der regulatorischen Vorgaben wieder aufzuheben.

Umfassende Informationen zu den mit der Veranlagung möglicherweise verbundenen Risiken sind dem Prospekt bzw. „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ des jeweiligen Fonds zu entnehmen. Ist die Fondswährung eine andere Währung als die Heimatwährung des/der Anleger:in, so können Änderungen des entsprechenden Wechselkurses den Wert der Anlage sowie die Höhe der im Fonds anfallenden Kosten - umgerechnet in die Heimatwährung - positiv oder negativ beeinflussen.

Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse unserer Anleger:innen hinsichtlich des Ertrags, steuerlicher Situation oder Risikobereitschaft. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.